669 Wörter - Lesezeit: ca. 4 Minuten - Geschrieben von Johannes
Autogenes Training bei Einschlafstörungen
Autogenes Training kann bei stressbedingten Einschlafstörungen helfen – wenn es richtig eingeordnet wird. Der Artikel erklärt Wirkung, Grenzen und sinnvolle Anwendung.
Kurz zur Einordnung
Dieser Artikel richtet sich an Menschen, die abends müde sind, aber nicht einschlafen können, weil Gedanken kreisen und innere Anspannung nicht nachlässt – und die nach einer wissenschaftlich fundierten, nicht-medikamentösen Unterstützung suchen.
Einschlafstörungen: Wenn der Körper müde ist, der Kopf aber nicht abschaltet
Einschlafstörungen gehören zu den häufigsten Schlafproblemen. Viele Betroffene berichten, dass sie sich körperlich erschöpft fühlen, beim Zubettgehen jedoch innerlich aktiviert bleiben. Typisch sind Grübeln, erhöhte Anspannung und der Eindruck, „nicht abschalten zu können“.
Aus schlafmedizinischer Sicht liegt das Problem in diesen Fällen weniger an mangelnder Müdigkeit, sondern an einer fehlenden Regulation des Nervensystems. Genau hier setzen Entspannungsverfahren wie das Autogene Training an.
Was bei stressbedingten Einschlafstörungen im Körper passiert
Einschlafen ist kein Schalter, sondern ein Übergang. Damit dieser Übergang gelingt, muss sich das autonome Nervensystem von Aktivierung (Sympathikus) in einen Zustand der Ruhe (Parasympathikus) bewegen.
Bei stressbedingten Einschlafstörungen zeigen sich häufig:
-
anhaltende innere Anspannung
-
erhöhte gedankliche Aktivität
-
Erwartungsdruck rund ums Einschlafen
Entspannungsverfahren zielen darauf ab, diesen Übergang nicht zu erzwingen, sondern zu erleichtern.
Warum Autogenes Training beim Einschlafen helfen kann
Autogenes Training ist ein anerkanntes Entspannungsverfahren, das mit passiver Konzentration arbeitet. Im Mittelpunkt stehen formelhafte Selbstinstruktionen, die körperliche Ruheempfindungen fördern und klar strukturieren. Gerade bei Einschlafstörungen ist dieser Ansatz relevant, weil:
- kein aktives „Tun“ erforderlich ist
- Leistungs- und Kontrolldruck reduziert werden
- der Fokus vom Denken zur Wahrnehmung verschoben wird Studien zeigen, dass Autogenes Training bei stressassoziierten Beschwerden regulierend auf das autonome Nervensystem wirken kann.
Entscheidend ist dabei weniger die einzelne Übung, sondern die regelmäßige Anwendung über einen längeren Zeitraum.
Autogenes Training abends anwenden: Was sinnvoll ist – und was nicht
Viele Menschen nutzen Autogenes Training gezielt am Abend. Dabei ist eine realistische Haltung entscheidend. Sinnvoll ist: • die Anwendung als Übergangsritual • eine ruhige Umgebung außerhalb des Bettes • die Übung ohne Erwartung, direkt einzuschlafen
Weniger hilfreich ist:
- Autogenes Training als „Einschlaftechnik“ zu verstehen
- Druck aufzubauen („Wenn ich das mache, muss ich schlafen“)
Gerade bei Einschlafstörungen wirkt Autogenes Training indirekt – über Reduktion von Anspannung, nicht über Kontrolle des Schlafs.
Grenzen von Autogenem Training bei Einschlafstörungen
So wichtig eine positive Einordnung ist – Autogenes Training ist kein Allheilmittel. Nicht geeignet ist es als alleinige Maßnahme:
• bei schweren depressiven Episoden • bei ausgeprägten Angststörungen ohne therapeutische Begleitung • bei schlafbezogenen Atmungsstörungen oder anderen klar medizinischen Ursachen
Übrigens: Bei anhaltenden oder zunehmenden Schlafproblemen sollte immer eine ärztliche oder schlafmedizinische Abklärung erfolgen. Entspannungsverfahren ersetzen keine Diagnostik, können diese aber sinnvoll ergänzen.
Warum viele mit Autogenem Training keinen Erfolg haben
Ein häufiger Grund für ausbleibende Wirkung ist fehlende Kontinuität. Autogenes Training entfaltet seinen Nutzen nicht durch gelegentliche Anwendung, sondern durch regelmäßiges Üben.
Typische Hürden sind: • unregelmäßige Übungszeiten • fehlende Struktur • zu hohe Erwartungen in kurzer Zeit
Hier kann eine begleitete Umsetzung hilfreich sein – etwa im Rahmen eines zertifizierten Präventionskurses oder durch digitale Unterstützung, die an regelmäßige Übung erinnert und Inhalte strukturiert anbietet.
Autogenes Training als Präventionsmaßnahme bei Einschlafstörungen
Autogenes Training ist als Präventionsverfahren anerkannt und wird im Rahmen zertifizierter Kurse von gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst oder vollständig übernommen. Auch wir von den Entspannungshelden haben ein Digitales Angebot für dich geschaffen. Unser Präventionskurs Autogenes Training Onlinekurs, bietet dir nicht nur Zugang zum 8-Wöchigen Onlinekurs, sondern sichert dir den Zugang zu unserer App Pro-Version und den Live-Entspannungen 3x die Woche. Alle Informationen zum Kurs findest du hier:
Autogenes Training Präventionskurs
Ziel ist nicht die Behandlung einer Schlafkrankheit, sondern die nachhaltige Reduktion von Stress und innerer Anspannung. In Kombination mit einer klaren Übungsstruktur – etwa durch begleitende Angebote wie die Entspannungshelden App – kann Autogenes Training dazu beitragen, Einschlafstörungen langfristig positiv zu beeinflussen.
Fazit: Für wen Autogenes Training bei Einschlafstörungen sinnvoll ist
Autogenes Training kann bei Einschlafstörungen hilfreich sein, wenn: • Stress und innere Unruhe im Vordergrund stehen • keine schweren medizinischen Ursachen vorliegen • die Anwendung regelmäßig und ohne Leistungsdruck erfolgt Als präventive Maßnahme unterstützt es die Regulation des Nervensystems und kann den Übergang in den Schlaf erleichtern. Bei anhaltenden Beschwerden bleibt eine fachliche Abklärung wichtig.
Quellen- und Literaturempfehlung
Crönlein, T., Galetke, W., Young, P. (2020). Schlafmedizin 1×1 – Praxisorientiertes Basiswissen. Springer Verlag.
Robert Koch-Institut (RKI). Schlafprobleme in Deutschland – Ergebnisse der DEGS-Studie. Erwachsenengesundheitssurvey.
American Academy of Sleep Medicine (AASM). International Classification of Sleep Disorders (ICSD-3). American Academy of Sleep Medicine.
Arskadon, M. A., & Dement, W. C. (2011). Normal human sleep: An overview. In: Principles and Practice of Sleep Medicine.

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